Eine Ruhekarte ist kein Versprechen, dass alle Kinder still werden. Sie bietet eine klare, kurze Möglichkeit zum Wechsel aus einer aktiven Situation.

Das Material auf einen Blick
Zehn nummerierte Textkarten mit kurzen Ruheimpulsen, eine Kurzanleitung und ein Sicherheitscheck. Die Nummern helfen beim Auswählen und Wiederfinden; sie sind keine Rangfolge. Eine erwachsene Person liest die Aufgabe vor und zeigt sie bei Bedarf. Die Karten setzen nicht voraus, dass Kinder bereits lesen können. Beobachten, eine kleinere Variante und eine Pause bleiben gleichwertige Möglichkeiten.
Umfang: 8 A4-Seiten. Die PNG-Sammlung enthält dieselben Seiten als einzelne Bilder.
Drucken: A4, tatsächliche Größe / 100 %. Nur benötigte Seiten auswählen und vor einer größeren Serie einen Ausdruck am eigenen Drucker prüfen.

Was im Set enthalten ist
| Karte | Kurzer Auftrag | Ruhigere oder kleinere Variante |
|---|---|---|
| 1. Hände sinken lassen | Hände langsam von oben nach unten bewegen. | Hände auf den Beinen ruhen lassen. |
| 2. Schulterregen | Mit Fingern sanft auf die eigenen Schultern tippen. | Nur Finger bewegen. |
| 3. Ballonhände | Hände auseinander und wieder zusammen führen. | Kleine Bewegung wählen. |
| 4. Schildkrötenpause | Schultern kurz heben und wieder lösen. | Nur beobachten. |
| 5. Fensterblick | Einen ruhigen Punkt anschauen. | Blick frei wählen. |
| 6. Füße spüren | Beide Füße am Boden wahrnehmen. | Sitzposition selbst wählen. |
| 7. Leise zählen | Gemeinsam langsam bis drei zählen. | Nur zuhören. |
| 8. Langsam strecken | Eine angenehme kleine Streckung wählen. | Hände öffnen und schließen. |
| 9. Geräuschpause | Einem vorhandenen Geräusch kurz zuhören. | Ohren nicht zuhalten müssen. |
| 10. Pause zeigen | Mit Karte oder Handzeichen eine Pause wählen. | Vertrautes Zeichen nutzen. |
So lässt sich das Material einsetzen
Vor der Runde
Boden, Abstand, Wege und Stoppsignal prüfen. Nur die Karten sichtbar auslegen, die zum Raum und zur Tagesform passen.
Konkreter Praxistipp
Biete höchstens zwei Karten an. Zu viele Optionen verlängern den Übergang; eine Karte kann auch nur betrachtet werden.
Während der Runde
Eine Aufgabe knapp erklären, einmal ausprobieren und anschließend nur Tempo, Bewegungsgröße oder Weg verändern.
Ruhig beenden
Mit einem klaren Endsignal, einer langsameren Karte oder einer kurzen Pause in den nächsten Tagesabschnitt wechseln.
Pause oder früher fertig
Ein Kind kann die Aufgabe beenden, eine kleinere Variante wählen, beobachten, die Karte zurücklegen oder zur vereinbarten Ruhe-Insel wechseln. Dafür ist keine Begründung nötig. Die Fachkraft kündigt den nächsten Übergang sichtbar oder hörbar an.
Teilnahme und Sicherheit
- Keine Ausscheidung: Ausscheidungsspiele werden nicht verwendet. Ein Fehler oder ein vorzeitiges Ende führt nicht dazu, dass ein Kind die Gruppe verlassen muss.
- Keine öffentliche Verliererrolle: Punkte, letzter Platz oder vermeintliche Fehler werden nicht vor der Gruppe hervorgehoben. Eine Runde endet gemeinsam und ohne Verliererrolle.
- Ruhigere Alternative: Zu jeder Bewegung gibt es eine ruhigere, kleinere oder sitzende Variante, die gleichwertig gewählt werden kann.
- Andere Beteiligungsform: Wer die Bewegung nicht ausführen möchte, kann beobachten, eine Karte auswählen oder ein vereinbartes Signal geben.
- Kontakt nur mit Zustimmung: Körperkontakt wird vor jeder entsprechenden Aufgabe angekündigt und nur mit Zustimmung des Kindes begonnen. Eine kontaktfreie Variante bleibt möglich.
- Kein Tempo- oder Leistungsvergleich: Geschwindigkeit, Wiederholungszahl und Bewegungsweite werden nicht zwischen Kindern verglichen; es gibt keine Rangliste oder Zeitmessung.
- Fläche und Boden prüfen: Vor jeder Runde werden Boden, freie Wege, Abstände, Begrenzung und eingesetztes Material neu geprüft.
Bei Schmerz, Schwindel oder Unsicherheit wird die Bewegung sofort beendet. Die Karten ersetzen weder Aufsicht noch die individuelle Einschätzung der pädagogischen Fachkraft. Eine druckbare Kurzcheckliste ist im Paket enthalten.