Verstehen und verstanden werden
Kommunikation darf mehr sein als gesprochene Sprache
Kinder teilen sich durch Worte, Blicke, Bewegungen, Laute, Gesten, Gegenstände und Bilder mit. Visuelle Karten können einen zusätzlichen Weg öffnen: um zu wählen, abzulehnen, Hilfe zu holen oder eine Pause anzukündigen.
Vier wichtige Funktionen im Kita-Alltag
Wählen
Zwischen zwei echten Möglichkeiten entscheiden – zum Beispiel Buch oder Bausteine.
Bitten
„Mehr“, „Hilfe“ oder einen gewünschten Gegenstand verständlich anzeigen.
Ablehnen
„Nein“, „Stopp“ oder „fertig“ äußern dürfen und eine angemessene Reaktion erleben.
Kommentieren
Interesse, Wohlbefinden oder eine Beobachtung mitteilen – nicht nur Anforderungen erfüllen.
Ein kleines Set für den Anfang
- Ja
- Nein
- Stopp
- Mehr
- Fertig
- Hilfe
- Pause
- Noch einmal
- Trinken
- Toilette
- Wählen
- Mir geht es nicht gut
Das Set wird um Karten ergänzt, die im jeweiligen Kita-Alltag wirklich gebraucht werden. Fotos aus der Einrichtung können für konkrete Räume, Personen oder Gegenstände verständlicher sein als allgemeine Symbole.
Karten benutzen, nicht nur abfragen
Vormachen
Die Fachkraft zeigt selbst auf „fertig“, während sie sagt: „Das Spiel ist fertig.“ So wird die Funktion im echten Zusammenhang sichtbar.
Warten
Nach einer Frage ausreichend Zeit lassen. Nicht sofort wiederholen, die Hand führen oder für das Kind entscheiden.
Reagieren
Eine gezeigte Botschaft ernst nehmen. Ist eine Bitte nicht erfüllbar, wird das verständlich erklärt und eine echte Alternative angeboten.
Was im Team vereinbart werden sollte
Hilfreich
- Karten jederzeit erreichbar aufbewahren
- einheitliche, kurze Wörter verwenden
- Gesten, Blicke und individuelle Zeichen weiter beachten
- Familiensprachen unter dem Symbol ergänzen
- regelmäßig prüfen, welche Botschaften fehlen
Nicht verlangen
- Blickkontakt als Voraussetzung
- Nachsprechen vor der gewünschten Handlung
- eine exakte Zeigebewegung
- die Nutzung nur in angeleiteten Förderzeiten
- das Aufgeben bereits verständlicher Kommunikationswege
Visuelle Unterstützung und Unterstützte Kommunikation
Alltagskarten können Beteiligung erleichtern. Ein persönliches Kommunikationssystem ist jedoch mehr als ein allgemeines Ausdruckset: Wortschatz, Zugriffsform und technische oder körpernahe Hilfen müssen individuell passen.
Darum gilt: Diese Materialien ersetzen keine fachliche Diagnostik, Sprachtherapie oder Beratung zur Unterstützten Kommunikation. Besteht ein weitergehender Bedarf, werden Sorgeberechtigte und qualifizierte Fachstellen einbezogen.
Das Material auf einen Blick
24 unterschiedliche Symbole in Farbe und Schwarz-Weiß, Auswahlleisten, Jetzt–danach und sechs Blankokarten; zwölf A4-Seiten.
Umfang: 12 A4-Seiten. Die PNG-Sammlung enthält dieselben Seiten als einzelne Bilder.
Drucken: A4, tatsächliche Größe / 100 %. Nur benötigte Seiten auswählen und vor einer größeren Serie einen Ausdruck am eigenen Drucker prüfen.

Häufige Fragen
Verhindern Bildkarten das Sprechenlernen?
Bildkarten ergänzen vorhandene Kommunikationswege. Wie ein individuelles System gestaltet wird, sollte bei weitergehendem Unterstützungsbedarf fachlich begleitet werden.
Muss ein Kind auf die Karte zeigen?
Nein. Blickrichtung, Annäherung, Berührung, Übergabe oder eine vereinbarte Partnerabfrage können ebenfalls Zugriffswege sein. Entscheidend ist eine gemeinsam verständliche und möglichst selbstbestimmte Form.
Wie viele Karten sind sinnvoll?
So viele wie nötig, aber gut erreichbar und geordnet. Für den Einstieg kann ein kleines Set reichen; wichtige Botschaften wie „Stopp“, „Hilfe“ und „Pause“ dürfen dabei nicht fehlen.
Die 24 Botschaften im Set
Ja, Nein, Stopp, Mehr, Fertig, Hilfe, Pause, Noch einmal, Trinken, Toilette, Wählen, Mir geht es nicht gut, Buch, Bausteine, Draußen, Essen, Ruhe, Anders, Allein, Zusammen, Leise, Laut, Kalt und Warm.
Jedes Symbol im passenden Alltag gemeinsam einführen. Es muss nicht für jedes Kind sofort verständlich sein; vertraute Fotos oder echte Gegenstände können einen besseren Zugang bieten. Die Karten ergänzen vorhandene Ausdruckswege.